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Trendsfera-Redaktion
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Sonys durchsichtiges PS5-Zubehör zeigt: Nostalgie ist das billigste Upgrade

Die Prism Collection verändert nichts im Inneren der PS5. Sie verkauft stattdessen den Klarsicht-Look der späten 90er – und zeigt, wie Hersteller heute „neu“ definieren.

Veröffentlicht
30. Oktober 2026
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3 min
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Foto: JDC808 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Was verkauft man, wenn sich am Inhalt der Verpackung nichts ändern lässt? Man macht die Verpackung durchsichtig, damit alle bewundern können, was darin steckt. Das ist mehr oder weniger die Idee hinter Sonys neuer Prism Collection, und wir halten sie für klüger und zynischer, als die niedliche Retro-Aufmachung vermuten lässt.

Sony hat die Kollektion am 28. Oktober vorgestellt: transparente DualSense-Controller und Cover für die PS5-Konsole in den Farben Flare Orange, Emerald Green und Graphite Gray. Die Controller kosten in den USA 84,99 Dollar, die Cover 74,99 Dollar. Die Vorbestellung startet am 10. November 2026, die Markteinführung folgt am 4. Februar 2027.

Das Unternehmen macht aus dem Nostalgie-Aspekt kein Geheimnis. Designer Leo Cardoso sagte, Sony wolle „den ikonischen Durchsichtig-Trend der späten 90er auf frische, moderne Weise zurückbringen, passend zum Industriedesign der PS5“.

Nostalgie ist ein Designbudget, kein Gefühl

Entscheidend ist, was Sony nicht verspricht. Gadget Review weist darauf hin, dass sich an der Kernhardware nichts ändert. Keine neue Haptik, kein neuer Akku, überhaupt nichts Neues. Die Neuheit ist eine alte Idee: Kunststoff, durch den man hindurchsehen kann.

Das ist der billige Trick, und wir meinen das als Kompliment an die Strategie, nicht an die Ingenieursleistung. Eine neue Chipgeneration kostet Jahre und Unsummen. Ein neues Finish kostet eine Gussform und ein Moodboard. Nostalgie hat einen eingebauten Vorteil: Das Publikum hat das Marketing schon selbst erledigt, damals als Kind, als es auf durchsichtiges Plastik starrte und sich fragte, wie die Platine wohl aussieht.

Das Gehäuse leistet zudem etwas, das ein gewöhnlicher Farbwechsel nicht kann. Laut The Star sind die Controller-Gehäuse größtenteils durchsichtig, und die Konsolen-Cover haben eine transparente obere Hälfte, die den Lüfter zeigt. Sony macht das Innenleben zum Verkaufsargument. Wenn die Bauteile gleich bleiben, ist es die zweitbeste Lösung, sie vorzuzeigen.

Der eigentliche Rivale ist keine Konsole, sondern Microsofts Moodboard

Es gibt einen Wettbewerbs-Subtext. N4G weist darauf hin, dass Microsoft Anfang des Jahres eine transluzente grüne Xbox Series X zum 25-jährigen Jubiläum vorgestellt hat. Damit wird der Durchsichtig-Look zu einem offenen Duell der beiden Plattformbetreiber. Aus unserer Sicht zählt das mehr als jede einzelne Farbvariante. Wenn beide Giganten zum selben Jahrzehnt greifen, ist dieses Jahrzehnt kein Trend mehr, sondern ein gemeinsames Drehbuch.

Es deutet auch etwas leicht Trauriges über den Zustand der Hardware an. Wenn die aufregendste visuelle Idee, die zwei der größten Namen der Spielebranche haben, lautet „Was, wenn es durchsichtig wäre, wie in den späten 90ern?“, dann wird es schwer, für die Zukunft zu gestalten. Die Vergangenheit ist ein sicherer Hafen: erprobt, geliebt und risikofrei.

Lohnt sich der Kauf? Besser auf einen Grund jenseits der Optik warten

Wir wollen nicht spöttisch sein. Durchsichtiger Kunststoff macht Spaß und ist für viele ein völlig legitimer Grund, Geld auszugeben. Doch die Zahlen verdienen einen zweiten Blick. Bei 84,99 Dollar ist ein Prism-Controller ein Premiumpreis für eine Hülle. Da die Kollektion laut Gadget Review keine Änderungen an der Kernhardware bringt, zahlt man für eine Ästhetik, und nur dafür.

Bemerkenswert: Die Reihe unterbricht eine Serie von Kooperations-Controllern im Jahr 2026 (GTA 6, LISA, Marvel's Wolverine und Marathon, laut N4G). Für uns spricht das dafür, dass Sony einen eigenständigen Look für stark genug hält, um einen Marktstart auch ohne Franchise zu tragen. Das ist eine Wette allein auf die Stimmung.

Unser Urteil: Die Prism Collection ist gut kalkuliertes Nostalgie-Merchandising und bei der Zielgruppe vermutlich ein Hit. Wer die Ära des durchsichtigen Plastiks geliebt hat, kauft sie mit offenen Augen: Man bekommt ein schickes Gehäuse und eine Erinnerung, kein Upgrade. Und wer nur neugierig auf das Innere des DualSense ist, sollte bedenken: Das Beste an transparenter Technik war stets das Gefühl, zu sehen, wie die Dinge funktionieren. Sony verkauft dieses Gefühl. Das Geheimnis steckt wie immer in der Software.

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