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Airbnbs Verbot von Abreise-Aufgaben ist überfällig und entlarvt das Spiel mit der Reinigungsgebühr

Das Verbot von Aufgaben beim Check-out nützt den Gästen, doch die eigentliche Lösung ist ein ehrlicher Reinigungspreis statt unbezahlter Arbeit am letzten Morgen.

Veröffentlicht
22. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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Foto: Mertbiol / Wikimedia Commons (CC0)

Wer bezahlte eigentlich für die Reinigung, als Sie die Reinigungsgebühr zahlten? Viele Airbnb-Gäste vermuten seit Jahren, die Antwort laute „Sie, und zwar doppelt“: einmal in bar, einmal im Schweiße des Angesichts am letzten Morgen der Reise. Airbnb hat nun beschlossen, nicht länger so zu tun, als wäre es anders, und das Netz jubelt erwartungsgemäß.

Das hat sich geändert. Wie CNN berichtet, begrenzt Airbnb die Aufgaben, die Gastgeber von Gästen am Ende des Aufenthalts verlangen dürfen. Wünsche, die erheblichen Aufwand oder Zeit kosten und sonst von einem Reinigungsteam erledigt würden, etwa Betten abziehen oder den Müll hinausbringen, sind nicht mehr erlaubt. Auch Geschirr abzuwaschen und wegzuräumen entfällt, Gastgeber dürfen aber weiterhin darum bitten, benutztes Besteck in die Spüle zu legen. Geldstrafen sind verboten. Die Regelung gilt für Buchungen ab dem 20. November, und Gastgeber müssen aus sieben Standard-Hausregeln wählen und alles andere als „Bitte“ kennzeichnen.

Die Gäste hatten recht: Eine Aufgabenliste ist eine versteckte Preiserhöhung

Am aufschlussreichsten ist nicht das Verbot selbst, sondern die Geschichte dahinter. Eine Mutter aus Minnesota, die online als „Tall Mom Running“ auftritt, beschrieb eine Aufgabenliste vor der Abreise, samt Strafgebühr, die auf eine Stunde Arbeit hinauslief. Ihr Fazit: Sie wolle ihren Urlaub nicht mit Putzen verbringen. Wir stimmen zu, und zwar nicht aus Bequemlichkeit. Wenn eine Unterkunft eine Reinigungsgebühr verlangt und einem dann eine Aufgabenliste in die Hand drückt, ist der tatsächliche Preis höher als die Zahl auf dem Bildschirm, und man erfährt es erst beim Auschecken.

Das ist der Kern unserer Argumentation. Eine Aufgabenliste ist eine versteckte Gebühr, die in Zeit statt in Geld bezahlt wird. Aus unserer Sicht verlagerten Gastgeber, die sie nutzten, einen bereits abgerechneten Kostenanteil auf die Person, die sich am wenigsten wehren kann, wobei eine schlechte Bewertung als stille Drohung im Raum stand. Airbnbs eigenes Hilfezentrum erklärt, Gastgeber dürften Gästen keine Gebühren für nicht erledigte Reinigungsaufgaben berechnen, könnten aber weiterhin Bewertungen zur Sauberkeit abgeben. Man beachte diese Asymmetrie: Die Strafe entfällt, der Hebel bleibt.

Gastgeber haben einen berechtigten Punkt, und es geht um Geld, nicht um Manieren

Es wäre zu einfach, jeden Gastgeber als kleinlichen Tyrannen darzustellen. Laut Bncheck ist die lauteste Klage im Gastgeberforum von Airbnb wirtschaftlicher Natur: Die Reinigungsgebühr deckt nicht immer die tatsächlichen Kosten für die Aufbereitung der Unterkunft, und bei Anreisen am selben Tag ist eine bereits gelaufene Spülmaschine oder in den Wäschekorb gelegte Bettwäsche Zeit, die die Reinigungskraft nicht hat. Jemand hat eine Petition gestartet, in der Airbnb zur Rücknahme aufgefordert wird, und manche Gastgeber sprechen davon, ihre Inserate zu entfernen.

Die Superhost Rossana Imbrogno, deren Unterkunft in Rom das Abzeichen „Gästefavorit“ trägt, vertrat die Gegenposition als Frage der Höflichkeit, nicht der Pflicht: Sie ziehe das Bett ab und bringe den Müll hinaus, selbst wenn sie im Hotel übernachte. Das ist eine schöne Haltung, und aus unserer Sicht genau das Problem. Höflichkeit darf man sich gern wünschen, in ein Preismodell gehört sie nicht. Ein Gastgeber, der die Mitarbeit seiner Gäste braucht, damit die Rechnung aufgeht, hat ein Preisproblem, kein Benimmproblem.

Die Lösung ist ein ehrlicher Gesamtpreis, keine freundlichere Checkliste

Wer gewinnt also? Eindeutig die Gäste und die Gastgeber, die die Reinigung bereits korrekt einpreisen. Wer verliert? Gastgeber, deren Marge von kostenloser Arbeit abhing, die sie nie einrechnen wollten. Airbnb fängt dabei nicht bei null an: Laut Bncheck erklärte das Unternehmen 2023, mehr als 260.000 Gastgeber hätten ihre Reinigungsgebühr gesenkt oder gestrichen, und seit 2025 zeigt es in Suchergebnissen standardmäßig den Gesamtpreis inklusive Gebühren an. Das Verbot von Aufgaben wendet dieselbe Logik auf die Zeit an.

Unsere Prognose, und mehr ist sie nicht: Einige Gastgeber werden Nachtpreise oder Reinigungsgebühren erhöhen, um die entfallene Arbeit aufzufangen, und die klügeren werden das offen sagen. Das wäre das gesunde Ergebnis. Ein höherer, ehrlicher Preis erlaubt Gästen den Vergleich und Gastgebern, Reinigungskräfte fair zu bezahlen. Das ungesunde Ergebnis wäre die stille Rückkehr der alten Gewohnheit unter dem neuen Etikett „angemessene Bitte“, das Gastgeber weiterhin nutzen dürfen.

Unser Urteil: Das Verbot ist zu begrüßen, aber es darf nicht dabei bleiben. Gäste sollten Unterkünfte bevorzugen, deren Gesamtpreis klar ist und deren Regeln vor der Buchung sichtbar sind. Gastgeber sollten die Reinigungskosten in den Preis aufnehmen, wo sie hingehören, statt in die letzte Urlaubsstunde ihrer Gäste.

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